7 Wochen

Heue wird ein ganz besonderer Blogeintrag. Ihr lest hier jeden tag fleißig wie es mir hier in Amerika geht. An meinem Traum hier sind aber noch ganz andere Leute beteiligt. 

Mich selbst hat es intressiert wie das Leben zu Hause wohl für die zurückgebliebenen Lieblingsmenschen ist und deswegen habe ich meine Schwester gefragt, ob sie nicht einen Blogeintrag schreiben will um zu schildern was die Konsequenzen meines Traumes für sie sind. 

Es ist anders als ich es erwartet habe aber umso besser ! :) 
Danke nochmal dafür Schwesterherz. ♥

Falls ich euch einen Rat geben darf: 
Legt euch ein Taschentuch bereit wenn ihr nahe am Wasser gebaut seid. :) 

Der heutige Blogeintrag wird völlig anders sein wie die bisherigen. Heute ist nicht Nadine der Verfasser.. NEIN… Ich werde heute einmal berichten wie es mir hier in Deutschland geht ohne meine geliebte Schwester an der Seite…

Ich möchte mit dem Rückblick gerne schon vor dem Abflug anfangen.

Ich weiß nicht mehr ganz genau wann meine Schwester mit berichtet hat dass sie gerne als Au-pair nach Amerika gehen möchte, aber eins war von vorneherein klar. Ich werde sie aufjedenfall unterstützen, auch wenn es mir natürlich auf der anderen Seite das Herz zerreißt sie gehen zu lassen….

Die Zeit verging natürlich wie im Fluge und schwupps war der Tag gekommen an dem wir zum Flughafen mussten um sie zu verabschieden. Ich habe am Flughafen versucht stark zu bleiben, was mir aber leider nicht gelungen ist. Zu wissen dass sie bald tausende Kilometer entfernt von mir ist und ich nicht einfach zu ihr kann war sehr schwer. Wer uns beide kennt, weiß dass wir auch wenn wir uns mal zanken eigentlich „Ein-Arsch“ sind. Als sie dann durch die Passkontrolle ist und ich wusste das ich sie vorerst 13 Monate nicht sehen werde, hat es mich innerlich zerrissen.. Mit wem sollte ich die nächsten Monate streiten, mich vertragen, über alte Kindergeschichten lachen, wer soll mich verbessern( „als“ oder „wie“- Schwäche ;-) ).. Aber auf der anderen Seite wusste ich das sie gerade auf dem Weg ist ihren Traum zu verwirklichen und ich habe ihr versprochen sie zu unterstützen, das war in den ersten Tagen das einzige was mich wirklich aufmuntern konnte… Dank unserer tollen „Whats-app Faber-Clan- gruppe“ waren wir ja trotzdem immer in Kontakt.

Am 30. April hatte ich Geburtstag… Es war für mich schwer mich darauf zu freuen, weil ich wusste dass ein Teil meiner Familie an diesem Tag nicht bei mir sein kann. Nachmittags saß ich bei meinen Eltern am Tisch und habe angefangen ihren Blogeintrag zum 29. April zu lesen ( Zeitverschiebung !!)… Es war für mich echt schwer diesen Eintrag in einem durchzulesen. Ich habe „Rotz-und Wasser“ geheult (Das passiert mir übrigens immer noch wenn ich ihn nochmal durchlese)…

Die Tage danach vergingen wie im Flug… Nadine sagte nie wirklich was über Heimweh und so langsam konnte auch ich mich damit anfreunden das sie wirklich weg ist. Denn wenn es ihr gut geht, geht es auch mir gut… Doch irgendwann merkte ich dass etwas mit ihr nicht stimmt…. Sie schrieb ihre Blogeinträge ganz anders, auch ihre Nachrichten bei Whatsapp waren anders… Sie war nichtmehr die fröhliche, zuversichtliche Nadine die ich kannte.

Naja so nach und nach kamen dann die Probleme mit der Host-Familie auf den Tisch und ich habe mir gewünscht das ich mich in ein Flugzeug setzen kann um meiner Schwester in dieser Situation beizustehen bzw. sie da rauszuholen. Es folgten zahlreiche schlaflose Nächte ( Dank den 6h Zeitverschiebung war es meist 3-4 Uhr). Wie soll es einem hier in der Heimat gut gehen, wenn man bei jeder Mail oder beim Skypen merkt, das es seiner Schwester überhaupt nicht gut geht…. Als Nadine dann ihre Entscheidung getroffen hat, die Familie zu verlassen und ins Rematch zu gehen habe ich gehofft das es ihr besser geht und sie ganz bald eine Familie findet die einfach perfekt zu ihr passt..

Leider folgten nachdem sie bei ihrer Betreuerin untergekommen ist erst mal zahlreihe Tage an denen sie warten musste bis sie endlich von der Agentur freigeschaltet wurde. Es war echt keine leichte Zeit, ich wollte ihr doch so gerne helfen, konnte aber nicht weil wir einfach zu weit voneinander entfernt waren. Das einzige was ich tun konnte, war sie immer wieder daran zu erinnern dass sie gerade dabei ist ihren größten Traum zu erfüllen und sie den Kopf nicht in den Sand stecken soll. Nachdem sie dann nach über einer Woche freigeschaltet war wussten auch wir Zuhause das die nächsten 14 Tage entscheiden ob sie weiterhin ihren Traum leben darf oder sie zu uns zurück kommen muss…. Auch für uns zuhause keine einfache Zeit… Es war einfach so vieles ungewiss…

Die ersten Tage vergingen und es schauten immer wieder neue Familien in ihr Profil, aber die richtige war nie dabei… Bis am vergangenen Donnerstag (12.06.)…. Ich hatte eine Sitzung und mein Handy hat irgendwie ununterbrochen vibriert. Auf dem Nachhauseweg habe ich dann gelesen, dass eine neue Familie im Profil ist und sie sich bei Ihnen gemeldet hat… Ich weiß nicht warum aber irgendwie hatte ich ein gutes Gefühl…. Und dann kam Freitag der 13.te…. Wie sich herausstellen sollte ein Glückstag. Nachdem sie am morgen schon mit der momentanen Au-pair geskypt hat, hat sie mit der neuen Hostmum telefoniert… Und was soll ich sagen. Sie wollen sie haben…

Wir haben gleich nach dem Telefonat mit ihr geskypt und es war schön sie wieder lächeln zu sehen… Sie wirkte entspannter, ausgeglichener und um einiges fröhlicher als die Tage zuvor. Und mir ging es natürlich auch viel besser….. Vincent saß eine Stunde vor dem Laptop und hat Nadine gewunken… Es war echt schön zu sehen, dass der Kleine sie erkannt hat. Sogar Kusshändchen hat er ihr zugeworfen. Sie hat eine zweite Chance bekommen ihren Traum zu verwirklichen.

Nadine….Früher gab es oft Momente an denen ich echt genervt war, weil du mir auf Schritt und Tritt gefolgt bist. Gestritten haben wir auch oft, doch wenn es drauf angekommen ist haben wir alle Streitigkeiten vergessen. Jetzt haben sich unsere Wege das erste mal richtig getrennt (wenn auch nur vorüberhegend hoffe ich) und wir sind uns trotzdem so nah wie nie zuvor. Wir sind einfach immer füreinander da und deswegen will ich dir auf diesem Wege einfach sagen, dass es für mich das schönste ist das dich als meine Schwester zu haben.

Ich wünsche dir von ganzen Herzen eine wundervolle Zeit in deiner neuen Familie… Wenn du glücklich bist bin ich es auch….. Ich werde immer hinter dir stehen, egal welche Entscheidungen du treffen wirst. Ich bin echt froh eine so wundervolle Schwester wie dich zu haben.

Together forever but never apart maybe in distance but never in heart. ♥

 

Ich weiß selber dass ich nicht die beste Schreiberin bin, hoffe aber trotzdem, dass euch mein Blogeintrag gefallen hat.